🌙 Unter dem Mond – Gesänge der Stille
Beltane 2026
Auf der Bühne in meinem Kopf wird es leer.
Kein Applaus, keine Darsteller, nur die Scheinwerfer leuchten noch.
Die Musik ist aus, das Orchester fort.
Stille.
Dann gehen so nach und nach auch die Scheinwerfer aus.
Erst die äußeren, dann die daneben. Sieben an der Zahl.
Nur der letzte Scheinwerfer beleuchtet noch ein wenig die stille Bühne. Dann erlischt auch er, langsam, als würde er fokussieren.
Der Spot wird immer kleiner, bis er ganz verschwindet.
Stille…Dunkelheit
Im nächsten Moment ertönt eine Geige. Ein Ton. Nicht laut.
Leise, langgezogen und langsam lauter werdend.
Dann ein Lichtpunkt auf der Bühne.
Suchend.
Langsam.
Da!
Das Licht fällt auf ein paar nackte Füße.
Von der Geige ertönt inzwischen leise Musik. Ruhig. Tragend.
Im Hintergrund steigt der Mond empor.
Der Spot wird langsam etwas größer und wandert von den Füßen über eine Hose, eine Weste, ein Kind…und Elfenohren.
Inzwischen steht der Mond im Zenit und der kleine Elfenjunge spielt seine kleine Melodie.
Da, ein neuer Klang, einer Flöte ertönt. Er kommt von hinten, unter dem Mond
Eine kleine Elfe wird sichtbar. Aber statt eines Spots, der sie beleuchten könnte, leuchtet die kleine Elfe von innen her.
Sie geht auf den Elfenjungen zu und sein Spot erlischt. Dafür beginnt es ebenfalls aus seiner Brust zu leuchten.
Sie spielen eine Weise, die nicht von dieser Welt ist.
Traurig, ziehend, melancholisch und dann das Erwachen.
Die Lichter auf ihren Oberkörpern strahlen heller und heller.
Die Musik schwillt an und endet abrupt.
Der Ruf eines Raben hallt über die Bühne.
Die Lichter der Elfen verblassen und die Bühne ist wieder dunkel und still.
Was gesagt werden musste, wurde gesagt.
„Wenn das Licht ruht und die Seele lauscht,
beginnt das Lied, das niemand singt –
und doch in allem klingt.“
Ja, wild und schön, aber auch wahr und gerecht.
Sie fliegt mit ihren Raben nicht nur über Schlachtfelder, um verstorbene Helden einzusammeln.
Sie ist die Hüterin des Übergangs in die Anderswelt – und die Hüterin des Wortes, der Wahrheit.
Ihre Raben sind ihre Übermittler von Botschaften, und nur würdige Barden und Sänger bekommen ihre Worte übermittelt.
Lady Morrigan wacht über die Barden, animiert sie, prüft sie – und wenn der Barde es vermasselt hat, dann lässt sie es ihn wissen. Dann finden die Gedichte, Lieder und Gesänge keinen Widerhall im Awen.
Sie erkennt falsche Demut und Unaufrichtigkeit.
Nur wer mit seinen Gedichten und Gesängen im Einklang steht, wer aus tiefstem Herzen, aus tiefster Seele spricht, dem schenkt Lady Morrigan ihre Gunst.
So seien die Gedichte und Lieder auf dieser Seite Ausdruck meiner tiefsten Überzeugung und meiner tiefsten Empfindungen.

Den Blick hat sie auf ihn gerichtet,
der Rabe ihr zur Seite sitzt,
was der Barde hier wohl dichtet,
den Stift, den hat er schon gespitzt.
wird er mit ganzen Herzen reimen?
Wird das Licht heut in ihm keimen?

Lichtung
Auf einer Lichtung,
tief im Wald,
ungesehen von des Menschen Auge

Tanzen Elfen im Mondenschein,
zu den sanften Harfenklängen,
die kein Mensch je gehört.

Erleuchten den kleinen, heiligen Platz.
Glühwürmchen fliegen herum,
Die Lichtung wird zum Ballsaal.

Die Elfen wiegen sich im Takt,
sie kreisen, springen leicht empor.
Die Harfe singt das Lied der Nacht.

